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"GEFAHR DER ABWANDERUNG" |
13.04.2006 |
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Osterfestspiele wollen mehr Geld
Die Osterfestspiele fordern von der öffentlichen Hand eine Erhöhung der Subvention. Andernfalls könnte das Festival der Berliner Philharmoniker aus Salzburg abziehen, warnen die Manager.
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Nicht auf Rosen gebettet
Dass die Osterfestspiele als vorwiegend privat finanziertes Festival nicht auf Rosen gebettet sind, ist allgemein bekannt.
Die Ankündigung, dass man bereits im nächsten Jahr mehr als das dreifache an Subvention wolle, hat am Donnerstag aber doch überrascht.
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Wunsch nach verdreifachter Förderung
Finanziell stehe das Festival auf dünnem Eis, sagt Geschäftsführer Michael Dewitte den "Salzburger Nachrichten" zitiert. Ab dem kommenden Jahr seien jährlich 600.000 Euro Subvention notwendig - das wären zehn Prozent des Budgets.
Stadt und Land steuern heuer gemeinsam 188.000 Euro zu den Osterfestspielen bei. Trotzdem stellte Dewitte klar: "Die Jugendarbeit finanzieren wir zum Teil mit Geld aus Berlin."
Außerdem hätten die Osterfestspiele keine Reserven mehr. Im Vorjahr habe das Festival 145.000 Euro Verlust gehabt, den "wir mitschleppen".
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"Müssten eigentlich gelobt werden"
Man müsse die Osterfestspiele eigentlich dafür loben, dass sie 40 Jahre fast ohne Subventionen ausgekommen sind, sagte der Geschäftsführer des Festivals, Michael Dewitte, gegenüber dem ORF:
"Wir haben keine Drohung ausgesprochen, sondern nur eine Feststellung gemacht, die für Salzburg eine unangenehme Konsequenz hat. Aber es hat keinen Sinn, zu sehen, dass das Schiff auf den Eisberg zu steuern, dies gleichzeitig aber zu verschweigen.
Ich glaube, es ist meine Verantwortung dem Aufsichtsrat gegenüber, möglichst schon jetzt für die Jahre 2011 und 2012 Verträge mit den Sängern abzuschließen. Und ich warne eben überall dort, wo die Finanzierung nicht gesichert ist."
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"Können keine Gratis-Auftritte verlangen"
Herbert von Karajan habe als Gründer der Osterfestspiele hier umsonst gearbeitet - das könne von den Künstlern heute aber nicht mehr gefordert werden, argumentiert Dewitte:
"Wir haben sehr vorsichtig gearbeitet und viele Erfolge gehabt in der Weiterverwertung von Produktionen oder beispielsweise mit einem Japan-Gastspiel, was anderen Institutionen nicht gelungen ist.
Aber wir können einfach nicht länger Leuten wie Claudio Abbado, Sir Simon Rattle, oder den Berliner Philharmonikern sagen, sie sollen aufs Honorar verzichten, weil wir kein Geld haben. Das kann man einmalig machen, aber das kann nicht zum System werden.
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Hoffen auf zusätzliche Sponsoren
Geld sei vorhanden, was sich auch an der Großzügigkeit gegenüber dem Festival "kontracom" ablesen lasse. Die Politiker von Stadt und Land Salzburg seien über die finanzielle Lage der Osterfestspiele informiert und seien auch bereit mitzuhelfen, ergänzt Dewitte:
"Es kann ja auch sein, dass man die Mittel nicht nur durch Subventionen auftreibt, sondern dass man zusätzliche Sponsoren findet. Da haben wir jedenfalls viel Unterstützung der Politik."
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Burgstaller: "Berliner unverzichtbar"
Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ), die geschäftsführende Präsidentin jener Stiftung ist, die die Osterfestspiele trägt, teilte dazu am Donnerstag mit, dass die Berliner Philharmoniker aus künstlerischer und wirtschaftlicher Sicht für Salzburg unverzichtbar seien.
Es werde noch heuer einen höheren Fixbetrag geben, Stadt und Land Salzburg sollen je 200.000 Euro zahlen, Geld solle auch von Tourismusförderungsfond kommen. Dafür bedürfe es allerdings einer Gesetzesänderung, ergänzt Burgstaller.
Bis Ende Mai hofft Michael Dewitte, die Verhandlungen um mehr Geld abgeschlossen zu haben.
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