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HELLBRUNN |
09.04.2006 |
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Grüne fürchten um Forschung im Tiergarten
Nach dem Wechsel der Geschäftsführung im Zoo Hellbrunn könnte einstige wissenschaftliche Vorzeige-Tiergarten zu einem unbedeutenden Streichelzoo verkommen. Das befürchten die Grünen.
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Betriebswirtin statt Zoologen
Anfang 2005 mussten die Zoologen Rainer Revers und Christian Walzer in der Geschäftsführung des Tiergartens der Betriebswirtin Sabine Grebner weichen. Und Tatsache sei, dass Hellbrunn zurzeit kein einziges konkretes Forschungsprojekt vorweisen könne, kritisieren die Grünen.
Dabei hat der Zoo mit dem Renommierprojekt, Przewalskipferde in der Mongolei wieder anzusiedeln, internationale Beachtung gefunden. Und auch sonst galt der Zoo in der Fachwelt als Vorreiter für Forschungsprojekte und hat damit wiederum hunderttausende Besucher angelockt.
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Reiter: Zoo verspielt guten Ruf
Die Tiergarten-Führung verspiele den Ruf als Zentrum für Artenschutz, sagt die grüne Landtagsabgeordnete Heidi Reiter.
"Es handelt sich darum, dass in einem Zoo Standards bezüglich der Erhaltung der Biodiversität eingehalten werden müssen. Das heißt: Dient der Zoo auch der Züchtung gefährdeter Arten und Rassen? Und das ist ja früher in vorbildlicher Weise - gerade, was die Przewalski-Pferde betrifft - geschehen. Derzeit sehen wir nichts Vergleichbares."
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Priorität für Umbau statt Forschung
Auch die Zooführung räumt ein, dass der Schwerpunkt des Tiergartens derzeit nicht in der Forschung liege.
Der Grund dafür sei aber nicht Ignoranz, betont Zoo-Geschäftsführerin Sabine Grebner: "Es gibt seit 1. Jänner 2005 das Tierschutzgesetz in Österreich. Da müssen wir Einiges hier verändern. Dafür haben wir Frist bis 2015. Das wird uns Einiges an Geld kosten. Und daher müssen wir eine andere Gewichtung in den Ausgaben machen, als wir das in den letzten Jahren machen konnten."
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Zwei Millionen Euro für Sonderprojekte
So ist in Hellbrunn eine neue Südamerika-Anlage im Bau, die 500.000 Euro kosten wird. Insgesamt haben Stadt und Land für derartige Sonderprojekte zwei Millionen Euro bereitgestellt.
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"Zoo hat offensichtlich Zugang verloren"
Ein Teil dieses Geldes müsse nach wie vor für wissenschaftliche Projekte verfügbar sein, fordert Bürgerlisten-Bildungssprecher Bernhard Carl: "Es heißt, dass im Moment alle Gelder in die Renovierung des Zoos gesteckt werden - allerdings mit der Gefahr, dass man die Möglichkeit verliert, überhaupt bei wissenschaftlichen Projekten mitzumachen."
Er denke dabei an das "Nashorn-Projekt, wo es darum ging, dass Nashörner in Gefangenschaft vermehrt werden sollten, das sehr vielversprechend war", sagt Carl, "das Gepardenprojekt und das Przewalskipferdeprojekt, das ja auch aus Zeitungen und Fernsehen sehr bekannt ist. Da hat der Zoo offensichtlich seinen Zugang verloren."
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Grebner: Forschung wieder zu gegebener Zeit
Zu gegebener Zeit werde man sich wieder um konkrete Forschungsprojekte umschauen, betont Zoo-Geschäftsführerin Grebner. Im Moment stehe aber der Umbau im Vordergrund.
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